Führen und leiten in sozialen Organisationen

Die Auseinandersetzung mit den spezifischen Anforderungen an Führungskräfte in Organisationen der sozialen Arbeit und des Gesundheitswesens sind ein Arbeitsschwerpunkt des Instituts.

Zusätzlich zu den Supervisions- und Coaching-Angeboten des Instituts, die sich vornehmlich an Einzelpersonen in Führungsverantwortung richten, haben wir ein modulares System von Workshops entwickelt das Sie für die Führungskräfteentwicklung in Ihrer Organisation nutzen können. Wir bieten 6 unterschiedliche Module an, die jeweils auf zentrale qualitative Spannungsfelder der Leitungsrolle fokussieren. Sie können diese Module sowohl einzeln als auch in unterschiedlichen Kombinationen, im Sinne eines maßgeschneiderten Angebots für Ihre Organisation buchen.

1.Modul: Persönlichkeit – Führungskompetenz

In diesem Modul sollen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit unterschiedlichen Führungsstilen vertraut gemacht werden bzw. sich mit ihnen auseinandersetzen. Eigene Vorbilder im Hinblick auf Leitung und Führung werden vor dem Hintergrund dieser Folie überprüft und evtl. modifiziert. Insgesamt geht es dabei um die Reflexion und die Entwicklung des individuellen Führungskompetenz- profils auch auf der Grundlage der eigenen biographischen Gewordenheit. Darüber hinaus fokussiert das Modul auf folgende Fragestellungen:

2.Modul: Macht – Autorität

Das Modul bietet den Teilnehmern und Teilnehmerinnen Gelegenheit, sich mit den Begriffen von Macht und Ohnmacht auseinanderzusetzen und ihr individuelles Verhältnis dazu zu reflektieren. Wir verstehen Macht u.a. als Merkmal sozialer Beziehungen das in Gruppen der Reduktion von Komplexität dient. Der Umgang mit Macht stellt auch in sozialen Institutionen eine notwendige Aufgabe dar. In diesem Zusammenhang werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch dazu eingeladen, sich mit psychodynamischen Aspekten von Übertragungen und Widerstand zu beschäftigen, die mit der Ausübung der Führungsrolle in der Regel verbunden sind. Ferner geht es uns um die Wahrnehmung der Spannung zwischen „guter“ und „böser“ Autorität, der Legitimation von Autorität im Hinblick auf die Pole „Zwang“ und „Freiwilligkeit“ sowie „Rolle“ und „Persönlichkeit“.

3.Modul : Geld – Solidarität

Geld dient insbesondere in Non-Profit Organisationen als Ressource, um Solidarität in der Gesellschaft zu befördern. Das Modul lädt dazu ein, sich mit inneren Haltungen im Umgang mit Geld und Ökonomie zu befassen. Dabei spielen nicht selten Überzeugungen eine Rolle, deren Ursprünge in der Sozialisation der jeweiligen Leitungspersonen liegen. „Geld stinkt nicht“, „Wer Geld hat, hat die Macht“ oder „Das Geld liegt nicht auf der Straße“, „Sozialarbeiter haben kein Verhältnis zum Geld“, sind Beispiele für solche Glaubenssätze, die auch in einer Leitungsrolle die Wahrnehmung und Urteilsbildung einfärben können. In welcher Weise wird Geld in der konkreten Organisation als Steuerungsinstrument verstanden? Wie können Mitarbeiter dazu eingeladen werden, sich auch mit den ökonomischen Herausforderungen sozialer Arbeit zu identifizieren?

4.Modul: Konflikt – Zwickmühlen

In Zeiten, in denen Konflikte sich nicht mehr auf einfache Ursache-Wirkungszusammenhänge reduzieren lassen wird es immer wichtiger Konfliktsituationen von ihren verschiedenen Seiten und Beteiligten her zu betrachten. Dabei kann die eigene Verstrickung in einen Konflikt in Zwickmühlen führen, die in den seltensten Fällen eindeutig und zu aller Zufriedenheit auflösbar sind. Diese Situationen verlangen insbesondere von Leiterinnen und Leitern eine hohe Spannungstoleranz und ein geduldiges Ringen um stimmige Handlungsstrategien vor teilweise paradoxen Anforderungen. Das Modul vermittelt ein strukturelles Konfliktverständnis und bietet Gelegenheit, die eigene innere Haltung zu Konflikten zu reflektieren. Ziel ist es, die Konfliktfähigkeit zu erhöhen und Handwerkszeug für Konfliktbewältigung zu entwickeln.

5.Modul: Bewahren – Verändern

Führungs- und Leitungsrollen sind eng mit der Idee der Organisationsentwicklung verbunden. Veränderung ist unvermeidlich und allgegenwärtig. Gleichzeitig schöpft jede Organisation aus einem Fundus von Erfahrungen, Wissen und tradierter Kultur, die bewahrenswerte Ressourcen darstellen. Leiterinnen und Leiter stehen vor der Anforderung, konservative und innovative Impulse in der Organisation zu balancieren und auf eine möglichst optimale Aufgabenerfüllung auszurichten. Wesentlicher Bezugspunkt sind dabei die Interessen der Klienten bzw. Kunden der Organisation. Das Modul gibt einen praxisorientierten Überblick über Strategien, Instrumente und Komplikationsfelder der Team- und Organisationsentwicklung. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Besonderheiten sozialer Organisationen. Dabei werden auch Möglichkeiten und Grenzen der Übertragung vermeintlicher Führungskonzepte aus der Erwerbswirtschaft im sozialen Bereich kritisch hinterfragt.

6. Modul: Engagement – Selbstfürsorge

Im Zentrum des Moduls steht der Spannungsbogen zwischen erfolgsorientiertem Engagement und der notwendigen Selbstfürsorge und Abgrenzung in der Leitungsrolle. Wesentliche Stichworte dazu sind Selbstmanagement, Work-Life-Balance und Sinn- und Werteorientierung in der Führung. Ausgangspunkt sind die diesbezüglichen Leitbilder in der jeweiligen Organisation. Die Selbstfürsorgefähigkeit der Führungskräfte verstehen wir als Grundlage für deren Kompetenz, gesundheits- und entwicklungsförderliche Arbeitsbedingungen für die MitarbeiterInnen herzustellen (Burn-Out-Prophylaxe).

 

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